Buchvorstellung: Revolution DeFi

Ethereum und Decentralized Finance (DeFi)

Revolution DeFiDie Blockchain-Technologie bringt insbesondere für die Finanzwelt eine Vielzahl an Chancen mit sich. Neue und alte Geschäftsmodelle für Finanzdienstleister und Banken dieser noch jungen, revolutionären Idee warten nur darauf, mit Leben gefüllt zu werden. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Ansatz und warum hat diese Technologie das Potential, die Welt der Finanzen wie wir sie kennen, auf den Kopf zu stellen oder zumindest kräftig durcheinander zu wirbeln?

DeFi steht für Decentralized Finance, also ein offenes, freies Finanzsystem ohne Zugangsbeschränkungen. Die Idee, die dahinter steckt, löst mehrere Probleme der klassischen Finanzbranche:

  • Jeder hat unbeschränkt Zugang zum System.
  • Ein Bankkonto wird nicht benötigt.
  • Keine zentrale Organisation oder Regierung hat Zugriff oder Einflussmöglichkeiten.
  • Anwendungen stehen automatisch weltweit und 24 Stunden täglich zur Verfügung.
  • Die Regeln zur Geldschöpfung werden durch die Logik der Blockchain bestimmt. Keine dritte Partei kann Einfluss darauf nehmen. Die Inflation ist zuzusagen „vorherbestimmt“ und berechenbar.

Natürlich ist eine Währung immer nur soviel wert, wie das Vertrauen darauf, dass ich damit Wert für eine gewisse Zeit speichern kann. Dieses Vertrauen basiert bei klassischen Währungen wie Euro, Dollar oder dem chinesischen Yuan normalerweise auf der Wirtschaftsleitung, die dahinter steht. Wenn mein Gehalt in dieser Währung ausbezahlt wird, wenn der globale Handel von Erdöl in dieser Währung erfolgt oder wenn der Wert von Gold in dieser Währung dargestellt wird, und wenn ich selbst im Kopf alles in diese Währung umrechne … ja dann muss sie doch einen beständig sein, ja dann muss sie doch wertvoll sein!

Die Geschichte lehrt uns allerdings das Gegenteil. Eine klassische Währung feiert im Durchschnitt nur 80 Geburtstage. Danach ist sie entweder wertlos oder wird von einem Folgesystem abgelöst. Ich wurde in Leipzig geboren. Meine erste Währung war die (Ost-)Mark. Sie war zum Zeitpunkt meiner Geburt erst 28 Jahre alt. Ihren Vorgänger, die Reichsmark, wurde nur 24 Jahre alt. Die Währung davor, „Papiermark“ genannt wurde nur vier Jahre alt. Sie war, genau wie ihr Nachfolger, leider wertlos geworden.

Ich lebte erst 13 Jahre bis zu meiner ersten Währungsreform. Unsere DDR-Mark wurden halbiert und BRD-Mark draus gemacht. Zehn Jahre später wurde unsere BRD-Mark schon wieder halbiert und Euro draus gemacht. Meine Eltern haben 1986 ein 1.300 m² großes Grundstück an der südlichen Stadtgrenze von Leipzig gekauft. Darauf haben sie ein schönes Haus gebaut, in dem sie bis heute leben. Der offizielle damalige Schätzpreis lag bei 3.200 Ost-Mark. Hergegeben hat es der Besitzer schlussendlich für 10.000 Ost-Mark. In Euro umgerechnet haben meine Eltern dafür also 2.500 Euro gezahlt. Das Grundstück ist heute sicher mehr als 100mal soviel wert. Von Wertspeicher im Zusammenhang mit den genannten Währungen zu sprechen wäre also schlichtweg lachhaft.

Lag die Geldmenge M3 der europäischen Zentralbank, also die Summe aller Geldbestände, im Januar 2.000 noch bei 4,7 Billionen Euro, so lag sie im Februar 2020 bereits bei 13,5 Billionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung von 287% in 20 Jahren. Der Euro ist kein Einzelfall. Weltweit überbieten sich Regierungen gerade wieder beim Gelddrucken und das Geldmengenwachstum beschleunigt sich. Allein die USA haben in diesem Frühling 3 Billionen neue US-Dollar erschaffen, um die negativen wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona abzufedern. Die Fed scheint hier ein geldpolitisches Experiment durchführen zu wollen, das die Welt noch nicht gesehen hat. Der Preis für diese Staatsschuldenorgien ist noch zu zahlen und nennt sich Inflation. Hoffen wir, dass das Geld nicht auch noch auf weniger Waren und Dienstleistungen trifft, weil die Kauflaune durch Corona getrübt wird. Das würde zu einer Stagflation führen und die

Preise steigen lassen während die Löhne nicht mithalten können – eine gefährliche Mischung.Revolution DeFi

Warum sollte Ethereum und Bitcoin nun aber für dieses Problem eine Lösung sein? Ganz einfach: Weil die Inflation dieser beiden Währungen sehr gering ist oder sein wird. Seit dem 11. Mai 2020, dem letzten Halving, liegt die Inflationsrate von Bitcoin bei 1,56% pro Jahr. In vier Jahren wird diese sich wieder halbieren, genau wie in den vier Jahren darauf. Dies wird ungefähr 100 Jahre so weitergehen, bis alle 21.000.000 Bitcoin erschaffen wurden. Die maximale Geldmenge ist nicht veränderbar. 21 Bitcoin heute werden also auch in 100 Jahren ein millionstel Teil der gesamten verfügbaren Menge an Bitcoin sein. Ethereum geht einen etwas anderen Weg. Derzeit liegt die Inflationsrate bei ca. 4%. Vorgesehen ist mit der Einfühung v

on ETH 2.0 in diesem Jahr eine Absenkung bis 2021 auf 0,5 bis 1,5%, die dann dauerhaft bestehen bleiben soll. Mit Ether bezahlte Transaktionsgebühren werden „verbrannt“, also dem Geldkreislauf dauerhaft entzogen. Gemeinsam mit der geringen Inflation wird damit wahrscheinlich ein Gleichgewicht der maximalen Ethermenge erzeugt, was quasi eine Inflation von Null bedeutet.

Warum habe ich nun ein Buch über Ethereum geschrieben? Ethereum ist ein Wunderkind, das mich vom ersten Moment an begeistert hat, als ich davon hörte.

Ethereum ist eine Kryptowährung der zweiten Generation (nach Bitcoin) und eine dezentrale Anwendungsplattform. Wichtig ist das “und”! Neben einer eine digitalen Währung sie nämlich auch eine globale Plattform für dezentrale Anwendungen, dApps genannt. Diese Anwendungen stehen automatisch jedem Nutzer der Blockchain zur Verfügung. Ethereum ist damit eine Art Betriebssystem für dezentrale Anwendungen. Und das genau macht es auch so besonders.

Im Buch beschreibe ich wofür diese Anwendungen gut sind und wie sie unsere Finanzwelt verändern können. Außerdem beschreibe ich, warum ich die Währung für ein wirklich interessantes Investment halte.

Ich hoffe, ich habe Ihr Interesse geweckt – wenn nicht für mein Buch, dann vielleicht wenigstens für Ethereum.

http://defi.uhlmann.info

Wenn Sie es interessant, inspirierend oder sogar erleuchtend fanden, dann würde ich mich sehr über eine Rezension freuen.

Viel Freude beim Lesen wünscht Ihnen,

Marcel Uhlmann

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