Warum Ethereum bald mehr als 100.000 Transaktionen pro Sekunde abwickeln kann

Die Ethereum-Community ist euphorisiert. Am 01. Dezember 2020 startet endlich Phase 0 von Serenity besser bekannt als Ethereum 2.0.
Dafür haben sich 21.063 Genesis-Validatoren gefunden und 32 ETH im sogenannten ETH2 deposit contract hinterlegt. Stand heute (28.11.2020) wurden dafür 809.344 ETH im Gegenwert von ca. 400 Mio. USD aufgebracht.

Es gehört schon eine ganze Menge Ethereum-Enthusiasmus, ja sogar Altruismus dazu, sich zu entscheiden, Validator zu sein. Über die mindestens 32 ETH kann wahrscheinlich bis zum Abschluss der Phase 2 von Serenity nicht verfügt werden. Sie sind sozugagen für die kommenden zwei bis drei Jahre in der Beacon Chain „eingesperrt“. Das hört sich im ersten Moment nicht nach einem guten Geschäft an.

Mehr noch: Nach dem Start von ETH2 am ersten Dezembertag ändert sich für Nutzer der Ethereum-Blockchain: NICHTS.

Parallel zu ETH1 wird die neue Beacon Chain gestartet. Im Unterschied zu ETH1 einigt man sich hier auf Basis des proof-of-stake (PoS) Konsens darauf, dass eine Transaktion gültig ist. Das zeit- und energieintensive Mining des Proof-of-Work-Verfahrens von ETH1 wird dadurch ersetzt. Beide Blockchains (ETH1 und ETH2) laufen nun parallel. Ein ETH2-Netzwerkknoten (Node) ist immer mit einer ETH1-Node verbunden. Umgekehrt gilt das nicht.

Aber warum haben sich dann so viele Anhänger gefunden und sind bereit, das Risiko als Validator zu tragen?

Ganz sicher gibt es mehrere Gründe, eine Beaconchain-Node als Validator zu betreiben.
Validatoren werden für Ihren Aufwand entlohnt. Dies geschieht automatisch jede Epoche. Dies ist eine Zeiteinheit der Beaconchain. Eine Epoche besteht aus 32 Slots. Ein Slot ist 12 Sekunden lang. Aller 384 Sukunden bzw. ca. 6 1/2 Minuten bekommen die Validatoren eine Ausschüttung. Die Ausschüttung selbst ist von einigen Faktoren abhängig. Wichtige Kenzahlen dafür sind insbesondere die Anzahl aktiver und die Anzahl nicht aktiver Validatoren. Mit steigender Anzahl der Validatoren steigt auch die Ausschüttung. Anfangs kann mit einer Rendite von über 15% p.a. gerechnet werden – mittelfristig wird sie sich wahrscheinlich zwischen 5 und 6% einpendeln (in ETH natürlich).

Ein wichtiger Grund ist allerdings auch die Tatsache, dass es einfach wichtig ist, dass es zu dieser Weiterentwicklung kommt. Ziel von Serenity ist vor allem die Skalierbarkeit. Die aktuell möglichen 15 Transaktionen pro Sekunde reichen schon lange nicht mehr. Bevorstehende Layer-2-Lösungen werden diesen Datadurchsatz allerdings in Kürze stark erhöhen. Projekte wie xDai, OMG und MATIC warten nur darauf, dass die ersten Anwendungen diese Lösungen nutzen. Bekannte DeFi-dApps wie Synthetics, Curve und Uniswap werden in Kürze im Layer2 genutzt werden können.

Aber brauchen wir dann ETH2 überhaupt? Wird die Vision von Ethereum Realität, reichen L2-Lösungen nicht aus. Vitalik Buterin schätzt die Kapazität der L2-Lösungen für ETH1 auf ca. 2.000 bis 3.000 Transaktionen pro Sekunde. ETH2 wird es in Phase 1 mit Sharding auf 100.000 Transaktionen pro Sekunde schaffen.

Na dann … steht uns ja nicht mehr im Weg. 😉

Ein Kommentar

Einen Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.