Wird es eine weltweite Regulierung von Kryptowährungen geben und welche positiven Folgen hätte das?

Eine weltweite Regulierung bekommen wir ja noch nicht einmal bei den Verkehrsregeln hin.

Bei Kryptowährungen ist das noch viel schwieriger:

  1. Es gibt unterschiedliche Interessen unter den Staaten im Bezug auf Kryptowährungen. Befürworter wie die Schweiz, Japan, Neuseeland, Gibraltar, Liechtenstein oder Malta möchten die Regulierung nur so stark wie nötig. In Staaten in denen üblicherweise alles reguliert wird, sieht das anders aus. China hat Angst vor dem Kontrollverlust, denkt aber aktuell sogar über die Einführung einer eigenen Kryptowährung nach. Die USA – ein Staat von Anwälten für Anwälte – können sich nicht entscheiden. Hier gibt es natürlich am meisten zu verlieren, da der USD als Weltwährung gesichert werden muss. Und dann gibt es noch Selbstläufer – also Staaten mit hoher Inflation in denen die Bürger für sich selbst entschieden haben, Kryptowährungen zu nutzen. Dies gilt insbesondere für viele Lateinamerikanische und ein paar afrikanische Staaten. Libra wird hier auf jeden Fall der Auslöser für eine Beschleunigung des Prozesses sein, wie man ja sieht. Endlich muss jeder Staat aus seiner Deckung und sich positionieren. Libra könnte zum trojanischen Pferd für die Kryptowährungen werden. Und Facebook wird nicht das einzige Unternehmen mit solchen Zielen bleiben. Es bleibt spannend, hier die Entwicklungen zu beobachten.
  2. Da hinter Bitcoin keine Organisation und auch kein Staat steht, ist eine Regulierung extrem schwierig bis unmöglich. Möglich ist es nur, die Geldströme hinein und heraus zu kontrollieren. Und da ist es wie mit einem löchrigen Schlauch – hält man ein Loch zu, kommt es doch noch überall raus. Auch in diesem Zusammenhang ist es interessant Libra zu beobachten.
  3. Die Idee einer dezentralen, nicht von außen manipulierbaren Datenbank ist geboren und lebt. Diese Idee wird nun immer ihren Weg finden, wie auch immer die Umsetzung dafür aussehen wird. Wir werden damit leben und umgehen lernen müssen. Die bisherige Vorgehensweise einer staatlichen Regulierung von allem und jedem stößt hier an seine Grenzen.

Die positiven Folge einer Regulierung ist allen voran die Rechtssicherheit im jeweiligen Land im Umgang mit Kryptowährungen. Dies gibt normalen Bürgern die Freiheit sind innerhalb dieser Rahmenbedingungen zu bewegen. Für (Institutionelle) Investoren ist eine saubere Regulierung Grundvoraussetzung für Investitionen auf diesem Gebiet. Eine weitere positive Folge hätte dies natürlich auf die Marktkapitalisierung und damit automatisch auch auf die Bereitschaft für Unternehmen in technische Entwicklungen zu investieren.